Segelkurs 2007 in Berlin

Hier macht Segeln spaß
(Segelkurs 2007 in Berlin vom 07.07.-16.07.2007)

von Jörg Bergmann

Der diesjährige Segelkurs steht ganz unter dem Eindruck des 30-jährigen Bestehens des Segelprojekts des BFS Berlin-Brandenburg. Die Teilnehmer reisen Samstag am späten Nachmittag an und werden auf die Zimmer verteilt. Die abendliche Vorstel-lungsrunde ergibt, dass wieder einmal 8 Neue, des Segeln unkundige, dabei sind.

Der Sonntag gilt dem großen Jubiläumsfest, welches von den Berlinern meisterlich vorbereitet wurde. Hierzu lohnt es sich, den gesonderten Bericht in dieser Ausgabe zu lesen.

Montagvormittag wird das Grundstück aufgeräumt, um Platz für die Segelboote und das Equipment zu schaffen. Nachmittags erklären die drei Segellehrer Sönke, Eicke und Benjamin die Funktion einer Rettungsweste und das auftakeln eines Bootes. Die Teilnehmer verteilen sich auf die verbleibenden Schiffe und machen diese unter Auf-sicht segelklar. Bei leichtem Wind geht es zum ersten Mal aufs Wasser.

Der Dienstag beginnt mit Regen und schwachen Winden. An Segeln ist nicht zu denken. Die Teilnehmer werden in größere Gruppen aufgeteilt und erkunden das nahe liegende Einkaufszentrum „Borsighallen“. Nach dem Mittagessen ist der erste große von den Berliner Betreuern organisierte Ausflug angesagt. Die jungen Seglerinnen und Segler sind doch leicht irritiert, als 4 Mannschaftswagen der Polizei vorfahren. Noch abenteuerlicher wird es, als wir sie bitten, dort einzusteigen. Wir werden zum Gelände der zweiten Bereitschaftspolizeiabteilung gefahren. Die 23. Einsatzhundert-schaft der Berliner Bereitschaftspolizei erwartet uns. In zwei Gruppen aufgeteilt, wird uns in den Seminarräumen die Einsatzkleidung und die Polizeiwaffen der „Hundert-schaft“ vorgestellt. Alles darf an- und ausprobiert werden. Auf dem Außengelände erwarten uns ein Wasserwerfer und ein Sondereinsatzwagen. Alle dürfen hier sowohl mit den Wasserkanonen feuern, als auch im Sondereinsatzwagen eingepfercht über Stock und Stein mitfahren. Da alle sehr beeindruckt sind, sprechen wir dem Leiter der Einheit, Herrn Zehpfennig, eine Gegeneinladung aus. Wir wollen nächstes Jahr mit den Polizisten segeln gehen.

Nachdem der Dienstag so spannend endete, überrascht uns der Mittwoch mit etwas Sonne und 3-4 Windstärken aus Südost. Alle steigen begeistert in die Boote und schippern über die Malche. Waldemar und Jens nutzen die Bucht bis in die letzte Ecke aus. Da dort jedoch wenig Platz zum Manövrieren ist, erwischt sie der Wind eiskalt und bringt ihre Jolle zum Kentern. Aber das kann doch diese Seemänner nicht erschüttern. Nahezu ohne Hilfe richten sie das Schiff wieder auf. Eine tolle Leistung. Nachmittags finden sich nur wenige segelbegeisterte, die bei dauerhaften Nieselre-gen und schwachem Wind aufs Wasser wollen. Die, die jedoch nicht wasserscheu sind, haben viel Spaß auf der Randmeerjolle und dem Flying Cruiser.

Der Donnerstag erfreut und zunächst regenlos und mit Wind aus Südwest. Draußen auf dem Tegeler See kommt jedoch ein scheußlicher Nieselregen auf und nach 3 Stunden schönen Segelns sind wir durchnässt und kalt ist uns auch. Beim Mittages-sen strickt man ordentlich Seemannsgarn. Der Nachmittag steht allen zur freien Ver-fügung, da das Wetter nicht besser geworden ist.

Der Freitag beginnt, wie der Donnerstag endete. Es regnet und Wind ist auch keiner. Neue und alte Teilnehmer machen sich auf zum Brandenburger Tor, Reichstag und Potsdamer Platz. Eine kleine Gruppe der Daheimgebliebenen geht spontan in das nächste Bowlingcenter und schiebt eine Kugel nach der anderen. Das von den Me-teorologen versprochene Hoch kommt schneller als gedacht. Zwar haben wir auch nachmittags keinen Wind, aber stündlich um einige Grad steigende Temperaturen. Abends messen wir schon über 20 Grad, nachdem mittags höchstens 15 Grad wa-ren. Es wird gegrillt und gegen 23.00 Uhr brechen wir zur Nachtfahrt mit dem Zwei-master „Ran“ auf. Wegen mangelndem Wind fahren wir unter Motor um Hasselwer-der herum und legen um 1.30 Uhr wieder an.

Der Samstagvormittag beginnt mit Sonne, 2-3 Windstärken aus Südost und 24 Grad, Tendenz steigend. Alle werden auf die Boote verteilt und die gesamte Gruppe segelt weit raus und kreuzt vor der Greenwichpromenade auf und ab. Rund 3 Stunden hal-ten wir durch, dann ist allen zu heiß. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel und die Temperaturen haben die 30 Grad überschritten. Wir flüchten in den Schatten. Gegen 14.15 Uhr fahren wir mit den Autos zum Flughafen Schönefeld bei Berlin. Hier werden wir fachkundig über das gesamte Gelände geführt. Das Rollfeld, die War-tungshalle der Lufthansa und die Flughafenfeuerwehr sind die Höhepunkte des Nachmittags.

Am Sonntag lähmt uns alle die enorme Hitze von ca. 35 Grad. Nicht ein Lufthauch sorgt für Kühle. Einige gehen vormittags baden. Nachmittags bauen wir unter größ-ten Anstrengungen die Schiffe ab. Am frühen Abend hat es sich zumindest soweit abgekühlt, dass wir das von den Zimmersprechern organisierte Extreme-Activity spielen können. Eine lustige Einlage für Jung und Alt. Zum späteren Abschluß-gespräch flüchten wir vor den Mücken ins Haus.

Bei sehr großer Hitze reisen die auswärtigen Teilnehmer am Montagmorgen ab.

Die Gruppe hat es uns Betreuern wieder sehr leicht gemacht. Harmonie und Hilfsbe-reitschaft wurden ganz groß geschrieben.