30 Jahre Segelprojekt

30 Jahre Segelprojekt – großes Jubiläumsfest am 8. Juli 2007 in Berlin


Im Februar 2006 wurde bei der ersten Besprechung für das anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des Segelprojektes des BFS Berlin-Brandenburg geplante Fest im Bootshaus der Termin wegen des heiratsträchtigen Datums nicht auf Samstag, den 7. Juli 2007, sondern auf Sonntag, den 8. Juli 2007 festgelegt. Damals ahnte wohl niemand der Akteure, dass sich glücklich diese Entscheidung viele Monate später einmal als glücklich erweisen sollte. Denn dieser besagte 8. Juli 2007 war der einzige Tag innerhalb von drei (Sommer!)Wochen in Berlin, an dem es keinen Tropfen regnete und der Sommer sich so zeigte, wie man es erwarten darf - strahlender Sonnenschein, Wind und 25 Grad. Und so folgten etwa 500 Besucher unserer Einladung und feierten gemeinsam mit uns das runde Jubiläum. Da das Fest gleichzeitig der Auftakt der diesjährigen Segelwoche war, hatten wir ein tatkräftiges Team aus Teilnehmern und Betreuern, das den Besucheransturm meisterte.

Wegen des besonderen Anlasses hatte sich der BFS Berlin-Brandenburg viel vorgenommen und in vielen Monaten der Vorbereitung ein abwechselungsreiches Programm erarbeitet. Auf die kleinsten Besucher warteten verschiedene Kinderspiele mit vielen Preisen. Besonders beliebt waren - wie bereits vor 5 Jahren beim Fest anlässlich des 25jährigen Bestehens des Segelprojektes - die Rundfahrten auf dem Schiff der Wasserschutzpolizei, Mehr als sieben Stunden konnte die Besatzung der „WSP 11“ dem Ansturm der – übrigens nicht nur kleinen - Interessenten kaum bewältigen. Während der vielen etwa 20-minütigen Fahrten wurde den Gästen die Technik des auch als Feuerlöschboot einsetzbaren Schiffes erklärt und gezeigt.

Auch die DLRG fuhr mit Besuchern auf den See, stellte eines ihrer Boote an Land für Besichtigungen zur Verfügung und demonstrierte das Anlegen von Verbänden an vielen kleinen Köpfen und Armen.

Natürlich gehörten – wie bei jedem Fest des BFS - auch wieder kurze Fahrten unter Segeln zum Programm, wegen des kräftigen Windes diesmal jedoch nicht auf den Bootes des BFS, sondern auf dem Zwei-Mast-Schoner RAN eines befreundeten Vereines. Aber alle 19 Boote des BFS waren natürlich aufgebaut und zu besichtigen.

Die 1.000 Lose der Tombola mit vielen attraktiven, von 16 Firmen gespendeten, zum Teil nicht käuflichen Preisen, waren viel schneller als erwartet ausverkauft. Hauptgewinn war eine Trabi-Safari durch Berlin für vier Personen im Wert von 100,00 €.

Gegen 15.00 Uhr wurde es dann „offiziell“, als die zahlreichen Ehrengäste begrüßt wurden. Die Einweihung des Projektes fast auf den Tag genau vor dreißig Jahren erschien als wäre es erst gestern gewesen, als die drei Hauptakteure von damals, der damalige 1.Vorstzender des BFS Berlin, Bodo Stüwe, der damaliger Schulleiter der seinerzeit einzigen (West)Berliner Schule für Sehbehinderte, Lothar Mating und der damalige das Segeln als Schulveranstaltung genehmigende Schulrat des Bezirkes Wedding, Manfred Garbisch, nebeneinander am Rednerpult standen. Diese Empfindung wurde noch intensiver, als wenige Minuten später der heute 80 Jahre alte damalige Chorleiter der Schule für Sehbehinderte an derselben Stelle wie vor dreißig Jahren seine Gitarre ergriff und unter spontaner Beteiligung der Gäste wie damals Seemannslieder sang.

Fast die gesamten Vorstände des Bundesverbandes und des Landesverbandes NRW waren nach Berlin gekommen. Beide Verbände überreichten als „Geburtstagsgeschenk“ jeweils zwei ohnmachtsichere Rettungswesten. Die Vorsitzende des Bundesverbandes Margaret Reinhardt und der Vorsitzende des LV NRW würdigten in ihren Grußworten das Segelprojekt als ein besonders erlebnisreiches Angebot für sehbehinderte Kinder und Jugendlichen.

Als weitere Ehrengäste wurde der Vorsitzender der LV Selbsthilfe Berlin e.V., Dr. Manfred Schmidt, der Vertreter des Berliner Seglerverbandes, Uwe Karlinski und die Vorsitzende des benachbarten Tegeler Segel Clubs, Gerlinde Schöne begrüßt, die ebenfalls in kurzen Grußworten ihre Anerkennung für den langen Bestand des Segelprojektes und die Arbeit des BFS zum Ausdruck brachten. Gekommen war auch die Leiterin der Beratungsstelle für Sehbehinderte in Berlin, Frau Dr. Stamm, deren an diesem Tag gewonnener Eindruck von dem Projekt dazu beitragen wird, dieses den bei ihr Ratsuchenden vorzustellen. Auch zahlreiche Mitglieder des Allgemeinen Blinden- und Sehbehinderten Vereins Berlin (ABSV) und Mitarbeiter der Sehbehinderten- und Blindenschulen Berlins feierten mit uns gemeinsam.

Erstmalig bei diesem Fest informierten alle anwesenden Organisationen mit einem gemeinsamen Informationsstand die Besucher über die Angebote für sehbehinderte und blinde Menschen.
Auch zahlreiche Gäste aus der Wassersportbranche, mit denen der BFS LV Berlin-Brandenburg seit vielen Jahren gute Geschäftsbeziehungen unterhält und die das Segelprojekt zum Teil seit langem durch Sachspenden unterstützen, waren der Einladung gefolgt. Die weiteste Anreise hatte dabei der Inhaber der Werft BWC am Bodensee, die unseren Flying Cruiser und unsere Flying Bee’s gebaut hat, Rainhard Gauer.

Feierlicher Höhepunkt war schließlich die Taufe der neuen Segeljolle vom Typ „Gruben 17“, auf den Namen „OPTICUS“ die der BFS anlässlich des Jubiläums mit Mitteln der Paul und Charlotte Kniese- Stiftung kaufen und im Rahmen des Jubiläumsfestes in Dienst stellen konnte. Das Boot, das aufgrund seiner Bauweise besonders für blinde Teilnehmer geeignet ist, soll als drittes Grundausbildungsboot eingesetzt werden. Die Taufe nahm unser jüngster Teilnehmer Tobias Merzig vor.

Gegen 17.00 Uhr zog der Zauberkünstler Freddie Rutz nicht nur die kleinen Besucher mit seinen speziell für Blinde im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar aufgeführten Zaubertricks in seinen Bann.

Besonders farbenfroh wurde es als bei zwei Starts um 14.00 und um 18.00 Uhr etwa 500 Luftballons mit zuvor ausgefüllten Grußkarten in den blau-weißen Berliner Himmel aufstiegen. Bislang wissen wir von einer Karte, die ca. 250 km entfernt in Polen angekommen und an den Absender zurück geschickt wurde.

Während des von 11.00 bis 20.00 Uhr dauernden Festes sorgte ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken für das leibliche Wohl und Live-Musik für die gute Stimmung der Besucher.

Nicht zuletzt wegen des unglaublichen Glücks mit dem Wetter, der vielen gut gelaunten Besucher und der tatkräftigen Unterstützung von Polizei und DLRG war es ein ausgelassenes Fest, so wie der Anlass verdient. Auch die Berliner Polizei hatte mit uns und unseren Besuchen ein Einsehen. Keiner der zahlreichen in der Nähe des Bootshausesverbotswidrig abgestellten Fahrzeuge erhielt trotz Streifengang des Kontaktbereichsbeamten einen Strafzettel!

Wir würden uns aber sehr freuen, wenn uns Besucher die selbst digitale Fotos gemacht haben, diese auf einer CD übersenden würden.